Die Finswimming-Weltmeisterschaften vom 23. bis 28. Juni 2026 im südkoreanischen Incheon standen für die deutsche Nationalmannschaft ganz im Zeichen des Generationenwechsels. Mit acht der insgesamt 14 nominierten Athletinnen und Athleten stellte der Landestauchsportverband Sachsen mehr als die Hälfte des deutschen Teams und unterstrich damit erneut seine herausragende Stellung im deutschen Finswimming.
Für Sachsen gingen folgende Sportlerinnen und Sportler an den Start:
• SC DHfK Leipzig: Nadja Barthel, Duncan Gaida, Emily Hempler, Niklas Loßner und Hannah Troppschuh
• SG Dresden: Lilly Placzek, Franca Richter und Michèle Rütze
Besonders überzeugen konnte Nadja Barthel (SC DHfK Leipzig) über die Sprintdistanz 50 m Surface. Bereits im Vorlauf verbesserte sie ihren eigenen deutschen Rekord und steigerte sich im hochklassig besetzten Finale nochmals. Mit Platz fünf behauptete sie sich eindrucksvoll in der erweiterten Weltspitze. Auch über 100 m Surface erreichte sie mit Platz neun eine Top-Ten-Platzierung. Gemeinsam mit der deutschen Mixed-Staffel gewann sie zudem die Bronzemedaille über 4 × 100 m SB, wobei sie als Schlussstarterin mit der Monoflosse den Medaillengewinn souverän ins Ziel brachte.
Ebenfalls in bestechender Form präsentierte sich Lilly Placzek (SG Dresden). Über ihre Spezialstrecken 50 m und 100 m Bifin qualifizierte sie sich jeweils für das Finale. Dort verpasste sie über 50 m Bifin als Vierte die Medaille nur denkbar knapp und belegte über 100 m Bifin einen starken sechsten Platz. Damit bestätigte sie ihre Entwicklung zu einer der stärksten deutschen Bifin-Schwimmerinnen.
Auch Niklas Loßner (SC DHfK Leipzig) konzentrierte sich in dieser Saison verstärkt auf die Bifin-Disziplinen. Mit neuen deutschen Rekorden über 50 m und 100 m Bifin setzte er nationale Bestmarken und etablierte sich international mit zwei siebten Plätzen im Finale. Gemeinsam mit Lilly Placzek gehörte er außerdem zur erstmals bei Weltmeisterschaften startenden deutschen 4 × 100 m Bifin-Staffel, die einen guten sechsten Platz belegte.
Die Staffelwettbewerbe entwickelten sich aus deutscher Sicht zu den Höhepunkten der Weltmeisterschaften. Für großen Jubel sorgte die 4 × 200 m Surface-Staffel der Frauen. Nach einem spannenden Finale rückte das deutsche Quartett durch drei Disqualifikationen anderer Nationen noch auf den Silberrang vor. Zu diesem Erfolg trugen Franca Richter und Michèle Rütze (beide SG Dresden) entscheidend bei.
Auch die 4 × 100 m SB-Staffel durfte nach längerem Warten jubeln. In dieser Staffel schwimmen jeweils eine Frau und ein Mann mit Bifins sowie eine Frau und ein Mann mit der Monoflosse. Nach Überprüfung aller Wechsel wurde das fehlerfreie Rennen der deutschen Mannschaft mit der Bronzemedaille belohnt. Niklas Loßner eröffnete die Staffel über die ersten 100 Meter mit den Bifins, bevor Nadja Barthel als Schlussstarterin mit der Monoflosse den Medaillengewinn sicherte.
Weitere gute Ergebnisse aus sächsischer Sicht erzielten:
• Duncan Gaida (SC DHfK Leipzig): Platz 8 über 1500 m Surface sowie Platz 11 über 800 m Surface.
• Emily Hempler (SC DHfK Leipzig): Platz 10 über 1500 m Surface und Platz 14 über 800 m Surface.
• Hannah Troppschuh (SC DHfK Leipzig): Platz 11 über 400 m Immersion und Platz 12 über 200 m Immersion.
• Franca Richter (SG Dresden): Platz 8 über 400 m Immersion neben der Silbermedaille in der Staffel.
Ein emotionaler Höhepunkt folgte am letzten Wettkampftag. Michèle Rütze (SG Dresden) beendete nach vielen erfolgreichen Jahren ihre Karriere in der Nationalmannschaft. Die erfahrene Athletin gehörte über viele Jahre zu den Leistungsträgerinnen des deutschen Teams und war an zahlreichen internationalen Erfolgen beteiligt. Mit der Silbermedaille in der 4 × 200 m Surface-Staffel gelang ihr ein würdiger Abschluss ihrer internationalen Laufbahn. Mannschaft und Trainer verabschiedeten sie mit großem Respekt und Dank für ihren langjährigen Einsatz im deutschen Finswimming.
Trotz der beiden Staffelmedaillen zeigte die Weltmeisterschaft auch deutlich, dass Deutschland in den Einzelrennen gegenüber den internationalen Spitzennationen derzeit noch Aufholbedarf besitzt. Gerade die asiatischen Nationen bestimmten viele Wettbewerbe. Um das große Ziel einer erfolgreichen Teilnahme an den World Games 2029 in Karlsruhe zu erreichen, wird insbesondere die Nachwuchsarbeit in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle spielen.
Betreut wurde die deutsche Nationalmannschaft in Incheon von Landesstützpunkttrainer Max Poschart (Sachsen) sowie Landestrainerin Steffi Leiphold (Thüringen). Mit acht Athletinnen und Athleten im Nationalteam sowie zwei Staffelmedaillen unterstrich Sachsen einmal mehr seine führende Rolle im deutschen Finswimming und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass der eingeschlagene Weg im Leistungssport die Basis für die kommenden internationalen Aufgaben bildet.


