Als Alternative zum ausgefallenen Wassersportgespräch im Rahmen der Beach & Boat hat der Segler-Verband Sachsen e.V. das Treffen an den Zwenkauer See, an den Standort des geplanten Mitteldeutschen Segelzentrums verlegt.

Im Rahmender Veranstaltung wurde die Mitteldeutsche Segelwoche 2021 durch die Präsidentin des Deutschen Seglerverbandes Frau Mona Küppers eröffnet. Es schlossen sich Vorträge u.a. von Vertretern der Stadt Leipzig und der Landesdirektion Sachsen, des sächsischen DLRG Präsidenten und des LSB-Generalsekretärs Christian Dahms und auch von uns zu verschiedenen Themen rund um den Wassersport unter dem Motto „Mensch und Natur“ an.

Im Südraum Leipzig und in der Lausitz sind gewaltige Seengebiete entstanden und die Landschaft durchläuft noch immer einen großen Veränderungs- und Entwicklungsprozess. Die Berücksichtigung der Interessen der verschiedenen Akteure und Wassersportarten erfordert eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Verbänden, aber auch mit den Vertretern der Politik, um notwendige Genehmigungen zu erhalten.

Das von den Seglern initiierte Wassersportgespräch bietet hier eine hervorragende Plattform und der Austausch fördert das gegenseitige Verständnis.

Uns liegt besonders die Möglichkeit der Nutzung der Gewässer auch für den Vereinssport am Herzen.

Gern haben wir deshalb die Einladung des Präsidenten des Segler Verbandes Sachsen Dr. Reinhard Bläser wahrgenommen, über die Aspekte des Tauchsports zum Thema „Veränderung der Tagebaufolgeseen – Wir schauen unter die Oberfläche“ zu referieren.

Unsere Umweltreferentin Dr. Mandy Benke und Präsidiumsmitglied Rene Blümel nutzten die Gelegenheit, die Veränderung der Landschaft unter der Wasseroberfläche und unsere Arbeit im Rahmen der Begleitung und Dokumentation und auch des Naturschutzes vorzustellen und im Anschluss bot sich natürlich die Gelegenheit für interessante Gespräche.

Wir danken dem Segler Verband für die Einladung und wünschen den Organisatoren einen erfolgreichen Abschluss der Segelwoche!

Alle Beiträge zum Wassersportgespräch findet ihr auf youtube:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLL9RZd55L9TKdTXLkmDmlXz8ZM8vhc1bv

Tauchsportvereine können wertvolle Beiträge zum Umweltmonitoring von Gewässern liefern. In den letzten zwei Jahrzehnten hat man sowohl im akademischen Bereich als auch bei Umweltämtern erkannt, wie wertvoll die Zusammenarbeit mit interessierten und geschulten Laien bei der Erhebung von Umweltdaten und Artbestandsdaten im Rahmen von Naturschutzfragestellungen sein kann. Bereits 1995 wurde in den USA und in Großbritannien der Begriff Citizen Science geprägt, der diese fruchtbare Zusammenarbeit von „Bürgerwissenschaften“ und Fachwissenschaften umschreiben soll.

Der Tauchsportverein Leipziger Delphine e. V. führt durch seine „Biogruppe“ um Dr. Joachim Weiß, Dr. Matthias Gilbert und Bernd Vogel bereits seit 1995 Untersuchungen zur Biologie und Umwelt des Kulkwitzer Sees bei Leipzig durch.

Das Leipziger Neuseen-Land bietet dem ambitionierten Taucher viele spektakuläre Tauchmöglichkeiten. In den kommenden Jahren soll das Repertoire dieses Landstriches südlich von Leipzig um ein neues Tauchrevier erweitert werden. Doch bevor aus einem Tagebaurestsee eine betauchenswerte Unterwasserlandschaft wird, vergehen mehrere Jahre. Am Störmthaler See bietet sich die seltene Möglichkeit, einen jungen See in seiner Entwicklung zu begleiten und mitzuerleben, wie aus einer unbelebten Mondlandschaft ein betauchenswertes Gewässer vom Format des Kulkwitzer Sees wird.

Zu diesem Zweck fanden sich vom 31.08. bis zum 03.09.2017 zahlreiche interessierte und engagierte Taucher zur Störmthaler See “Inventur“ ein. Sie folgten dem Aufruf der Arbeitsgruppe Störmthaler See unter der Leitung von Klaus Bauerfeind nach Ammelhain ins TANA.
Dank der Sondergenehmigung durch das Landratsamt Leipziger Land ist es im Rahmen des Gewässermonitorings gestattet, den See mit Tauchequipment zur untersuchen und zu beproben.
Unter der Leitung von Christin Müller vom Scientific Diving Ressort des VDST, wurde das Engagement der Taucher in sinnvolle und ergebnisreiche Bahnen gelenkt.
Das Gewässer hat eine Fläche von 700 ha, sodass Unterstützung durch Sporttaucher unerlässlich ist. Ungefähr Zwanzig Taucher aus der gesamten Bundesrepublik kamen um uns bei der Beprobung des “Störmis“ tatkräftig zu unterstützen – angefangen von Transektmonitoring (tauchen entlang einer senkrecht zum Ufer gelegten Leine) über Wasserprobenahme mit speziellen Techniken bis hin zur eigenen Entwicklung einer Sedimentmesseinrichtung (SMDB), stand vier Tage lang alles im Zeichen der wissenschaftlichen Gewässeruntersuchung. Makrophyten / Plankton - Die Biogruppe des Kulkwitzer Sees unterstützten uns tatkräftig bei der Bestimmung der befundenen Arten.